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Radikalisierung und Extremismus

  • vor 5 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Am 12. März 2026 fand in der Galerie des Alpes im Bundeshaus das jüngste nahostpolitische Sessions-Frühstück statt. Zahlreiche Parlamentarier nahmen teil – vertreten waren die GLP, SP, Mitte, FDP, SVP und die EDU. Sämtliche Parteien, die im Parlament einen Sitz haben. Als Expertin führte die Terrorismus-Analystin Rebecca Schönenbach in die Thematik ein.

Im Zentrum des Gesprächs standen die zunehmende Sichtbarkeit islamistischer Symbole und Narrative in der Schweiz sowie die Frage, wie stark transnationale Netzwerke hierzulande bereits Fuss gefasst haben. Schönenbach zeigte auf, wie niedrigschwellig der Zugang zu extremistischen Akteuren geworden ist. Ein weiteres Thema war die Finanzierung terroristischer Gruppen aus der Schweiz heraus. So wurden etwa Teilnehmer der Gaza‑Flottille trotz klarer Verbindungen zu Hamas‑Strukturen nicht strafrechtlich belangt, und in Schweizer Städten sammeln Organisationen mittels QR‑Codes Gelder, die direkt an terroristische Gruppen weitergeleitet werden. Hinzu kommt, dass verschiedene Organisationen in der Schweiz aus dem Ausland finanziert werden und hier Radikalisierung fördern. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es dringend strengere Regulierungen und Kontrollmechanismen braucht, um solche Finanzströme zu unterbinden.

Schönenbach erläuterte zudem die Präsenz sowohl sunnitischer als auch schiitischer Netzwerke in der Schweiz, darunter Gruppen mit Wurzeln in Pakistan und Libanon, deren Mitglieder teilweise durch die iranischen Revolutionsgarden ausgebildet wurden. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die zunehmende Verbindung zwischen linkem Extremismus und radikalem Islam, die seit dem 7. Oktober 2023 deutlich an Dynamik gewonnen hat. Vertreter der KKJPD wiesen auf Zielkonflikte im Asylverfahren hin, insbesondere bei der Einschätzung extremistischer Hintergründe. Auch die Normalisierung islamistischer Narrative im politischen Raum wurde thematisiert, etwa am Beispiel einer jungen Zürcher Politikerin, die in einem islamistischen Umfeld beworben wurde und dafür sogar offizielle Glückwünsche der türkischen Botschaft erhielt.

Das Parlamentarische Frühstück zeigte eindrücklich, wie komplex und vielschichtig die Bedrohung durch islamistische Netzwerke in der Schweiz ist – und wie wichtig eine offene, faktenbasierte Debatte bleibt. Die grosse parteiübergreifende Teilnahme unterstreicht, dass das Thema im Bundeshaus breit wahrgenommen wird. Auch aufgrund dieses Informationsanlasses sahen sich Parlamentarier darin bestärkt Interpellationen und Motionen zu verfassen und dem Bundesrat einzureichen.

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